Futtermittel für Katzen, wie bewertet man richtig und wie sieht es mit Barf aus?

Immer wieder geht es in den verschiedensten Foren, Facebookseiten etc. um die bestmögliche Futterversorgung unserer Heimtiere. Oftmals wird nur mit Schlagworten gearbeitet, die viele Katzenhalter verunsichern. Stark im Trend liegt auch zur Zeit das BARFEN, in dem eine überwiegende Rohfütterung mit Muskelfleisch und Innereien, sowie einer entsprechenden Supplementierung (Hinzufügung von Vitaminen, Mineralien, Proteinen, Taurin etc. durch Fertigpräparate) durchgeführt wird. Aber wie so oft im Leben, ist nicht nur ein Weg der richtige um unsere Katzen mit dem zu versorgen, welches ihre biologischen Voraussetzungen fordern.

Ich möchte daher auf verschiedene Themenbereiche wie die Zusammensetzung von Nassfutter in Dosen, die Art der Deklaration der Bestandteile auf dem Label etc. eingehen und vielleicht für etwas Klarheit sorgen. Hier insbesondere auf den Bereich der immer wieder zu findenden "Tierischen Nebenprodukten", die kein giftiger Müll sind, wie immer wieder gerne behauptet. Auch ist mein Blogeintrag keine Werbung für billiges Nassfutter mit Proteinen aus Getreide und weiteren unverdaulichen Füllstoffen.

Immer wieder taucht der Begriff tierische Nebenprodukte im Internet und auch in diversen Foren auf. Viele der angeblichen "Fakten" sind rettungslos überaltet und mit der Zeit wurden auch, zum Beispiel durch wildes kopieren von privaten Homepages und Werbeaussagen diverser Hersteller, wahre Horrergeschichten um das Thema gebildet.

Hintergrundwissen

Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates legt Hygienevorschriften fest für die Abholung / Sammlung, Beförderung, Lagerung, Behandlung, Verarbeitung und Verwendung oder Beseitigung aller Tiernebenprodukte, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. Der Erlass der Verordnung war eine Reaktion auf verschiedene futtermittelbedingte Krisen (Dioxin 1999, klassische Schweinepest 2000 und Maul- und Klauenseuche 2001, EU-weite BSE-Krise 2001 (BSE = bovine spongiforme Enzephalopathie)). Was sind tierische Nebenprodukte?

Mit tierischen Nebenprodukten sind in erster Linie die Teile der Schlachttiere gemeint, die nicht als Lebensmittel den Weg in die Fleischtheken finden. Sie fallen vor allem im Schlachthof und in den Zerlegereibetrieben an. Die nicht lebensmitteltauglichen Anteile der Schlachttiere werden durch die amtliche Fleischuntersuchung als Lebensmittel ausgeschlossen und damit zu tierischen Nebenprodukten. Konnten die tierischen Nebenprodukte früher in der Fütterung der Nutztiere eingesetzt werden, so werden sie heute mehrheitlich zu Tiermehl und Tierfett verarbeitet und anschliessend verbrannt. Ansonsten können tierische Nebenprodukte auch ohne vorherige Verarbeitung zu Tiermehl direkt verbrannt werden oder mit einem relativ neuem Verfahren (Biovergärung) als Energieträger verwertet werden. Was könnte oder besser dürfte davon im Heimtierfutter landen?

Die Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 ordnet die tierischen Nebenprodukte nach dem potentiellen Risiko für Tiere, Menschen und Umwelt in drei Kategorien ein. Für das Material jeder Kategorie werden bestimmte Verarbeitungs- bzw. Beseitigungsmöglichkeiten festgelegt, die von der Verwertung in Tierfutter über Vergärung in Biogasanlagen bis zur Deponierung und „thermischen Verwertung“, also Verbrennung, reichen. Nur Rohmaterial, das von für den menschlichen Verzehr geeignet befundenen Tieren stammt, darf zur Futtermittelherstellung verwendet werden. Demnach darf nur Material der Kategorie 3 (oder für den menschlichen Verzehr geeignetes Material) nach einer geeigneten Verarbeitung und soweit laut TSE-Verordnung Nr. 999/20013 zulässig für diese Zwecke verwendet werden. Eine Besonderheit gibt es bei der Herstellung von rohem Heimtierfutter. Dazu dürfen nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die selbst genusstauglich sind und von genusstauglichen Tieren stammen und lediglich aus kommerziellen Gründen nicht als Lebensmittel verwendet werden (K3-Material der besten Sorte). Alle übrigen K3-Materialien dürfen nicht zur Herstellung von rohem Heimtierfutter verwendet werden. Welche tierischen Nebenprodukte der Kategorie 3 nun genau im Katzenfutter landen, kann nur der jeweilige Hersteller beantworten. In der Regel werden das aber nur verwertbare Anteile wie innere Organe (Herz, die Leber, die Milz, die Nieren) Fleischabschnitte, Fettabschnitte oder Bindegebeanteile sein. Für die anderen Teile gibt es andere Verwendungszwecke denn K3 Material ist eine freie Handelsware

Auch wird immer gerne behauptet, Fleisch der Kategorie K3 sei schlechter verwertbar, oder schlechter verdaulich, sind schlichtweg falsch. K3 Material sind für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, Fischnebenprodukte und Tierteile, die zwar zum menschlichen Verzehr geeignet wären, für die es jedoch im betreffenden Land wenig Nachfrage gibt, beispielsweise Kutteln, Zunge, Nieren und Lunge. K3-Material darf zu Tierfutter weiter verarbeitet werden. Es handelt sich bei K3 Fleisch und Nebenerzeugnissen auch nicht um sogenanntes Gammelfleisch, welches im Dönerskandal ja vor geraumer Zeit für Furore sorgte. Welche tierische Nebenprodukte sind in den einzelnen Kategorie zu finden?

Material der Kategorie 1 (das sind die tierischen Nebenprodukte mit dem höchsten Risiko, wie TSE, Scrapie oder Rückstände verbotener Stoffe (z. B. wachstumsfördernde Hormone oder Umweltkontaminanten wie Dioxin und PCB) muss vollständig als Abfall entsorgt werden, und zwar durch Verbrennung oder Verbringung auf Deponien nach entsprechender Hitzebehandlung. Darunter fallen TSE-verdächtige oder wegen TSE getötete Tiere genauso wie tote Heimtiere, Zoo- und Zirkustiere, tote Versuchstiere, auch tote Wildtiere, soweit sie einer auf Mensch und Tier übertragbaren Krankheit verdächtig sind, und Erzeugnisse von Tieren, denen verbotene Stoffe verabreicht wurden oder bei denen Rückstände von Umweltgiften gefunden wurden. Ferner finden wir hier das bei der Schlachtung und Zerlegung von Rindern, Schafen und Ziegen sicher gestellte Spezifizierte Risikomaterial (SRM) Dieses Material der Kategorie 1 muss zwingend durch Verbrennung beseitigt werden, sei es nach vorheriger Drucksterilisation (Zerkleinerung auf max. 5 cm Kantenlänge, Erhitzung auf mindestens 133°C und mindestens 20 min bei 3 bar Druck) oder direkt. Es besteht auch die Möglichkeit der Deponierung nach vorheriger Drucksterilisation Material der Kategorie 2

Unter Material der Kategorie 2 werden tierische Nebenprodukte verstanden, die das Risiko anderer Krankheiten bergen. Sie dürfen nach entsprechender Behandlung anderen Zwecken als der Futtermittelherstellung zugeführt werden (z. B. Biogaserzeugung, Kompostierung, Fettverarbeitung). Wir finden hier tote Nutztiere, Wildtiere, die nicht einer auf Mensch und Tier übertragbaren Krankheit verdächtig sind, Konfiskate vom Schlachthof im herkömmlichen Sinne, also Schlachtkörperteile mit Krankheitserscheinungen, andere tierische Nebenprodukte, die weder in Kategorie 1 noch 3 aufgeführt sind und letztlich auch Gülle und Magen-Darm-Inhalt von Schlachttieren. Diese Stoffe müssen mit Ausnahme der Gülle und des Magen-Darm-Inhaltes einer Drucksterilisation unterworfen werden, von denen fünf verschiedene Methoden in der Verordnung beschrieben sind. Die daraus hergestellten Produkte, Tierfett und Tiermehl (nicht das aus dem Katzenfutter) bzw. „Fleisch-Knochen-Mehl (FKM)“ können in einer Fettschmelze für technische Fette verarbeitet werden, als Bodenverbesserungsmittel dienen oder in eine Biogas- oder Kompostieranlage eingebracht werden. Kategorie 2-Material kann aber auch direkt oder nach Verarbeitung, z. B. Drucksterilisation, verbrannt oder nach Drucksterilisation auf einer Deponie abgelagert werden Material der Kategorie 3

Nur Material der Kategorie 3 (das sind Nebenprodukte gesunder Tiere, die zum menschlichen Verzehr geschlachtet wurden) dürfen – nach angemessener Behandlung in zugelassenen Verarbeitungsbetrieben – zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden. Diese genusstaugliche Schlachtkörperteile, die aus kommerziellen Gründen nicht als Lebensmittel verwendet werden, sind zum Beispiel Schlachtnebenprodukte wie: Herz, Leber, Niere, Milz, Lunge, Luft- und entleerte Speiseröhre, entleerte(r) und gewaschene(r) Magen/Darm (nicht Rind ! = SRM)/Blase, Ohren sowie Vorder- und Hinterfüße vom Schwein, Zunge, Knochen (nicht SRM !), Schwänze, Schwarten, Schweineköpfe, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse vom Schwein, Gebärmuttern, Hoden, Euter, Nierenfett, Fleischabschnitte, Fettabschnitte, genusstaugliches Blut von genusstauglichen Tieren, genussuntaugliche Schlachtkörperteile von genusstauglichen Tieren, von denen keine Gefahr für Mensch oder Tier ausgeht, wie: verunreinigte Fleischabschnitte oder Fette, Stichstellen, Teile mit bindegewebigen Vernarbungen (z.B. Lebern mit „milk-spots“), verunreinigtes Blut, nicht enthaarte und gereinigte Unterfüße vom Rind, Borsten, Klauen, Hörner, Federn, Sehnen. Kategorie 3-Material kann aber auch nach Zerkleinerung und Erhitzung in eine Biogas- oder Kompostieranlage eingebracht werden, es kann direkt verbrannt oder nach Verarbeitung auf eine Deponie gebracht werden. Mit anderen Worten es dürfte im Katzenfutter landen, muss aber nicht. Um welche Mengen tierischer Nebenprodukte geht es? Man hat geschätzt, dass bei Hähnchen nur 68 % vom Menschen unmittelbar verzehrt werden, beim Schwein nur 62 %, beim Rind nur 54 % und bei Schaf und Ziege nur 52 %. Somit werden alljährlich in der EU über 10 Mio. Tonnen Fleisch gesunder Tiere erzeugt, das nicht zum unmittelbaren Verzehr durch den Menschen bestimmt ist. Dieses Material wird zu einer Vielzahl von Erzeugnissen verarbeitet, die in Lebensmitteln, Futtermitteln, Kosmetika, Arzneimitteln und sonstigen technischen Anwendungen eingesetzt werden. Einige Beispiele: • Knochen, Haut und Bindegewebe (z. B. Sehnen) werden zur Herstellung von Gelatine verwendet, die wiederum in Lebensmittel (Desserts, Weingummiprodukte, Marshmallow und Fleischzubereitungen), Futtermittel (Überzug für Vitamingaben, Bindemittel für pelletierte Futtermittel und Kauspielzeug) und Arzneimittel (harte und weiche Kapseln) Eingang finden und zu technischen Zwecken verwendet werden (im photographischen Bereich zur Beschichtung von Papier und als Bestandteil von Silberhalogenidbeschichtungen usw.) • Aus Gemischen von Knochen und Schlachtabfällen werden Fett und tierisches Eiweiß ausgeschmolzen, die wiederum in Lebensmitteln, Futtermitteln, Kosmetika, Arzneimitteln und technischen Produkten Verwendung finden. • Biogas besteht im Wesentlichen aus einem Gemisch von Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). Es entsteht durch die mikrobielle, anaerobe (durch Luftausschluss) Vergärung von feuchten pflanzlichen und tierischen Reststoffen wie Mist, Gülle, Klärschlamm, Schlachtabfälle, grüne Kompostabfälle und andere biologisch abbaubare Haushaltsabfälle. Die Vergärung ist ein natürlicher Prozess, der beispielsweise in Sümpfen, Abfalldeponien oder Rinderzuchten beobachtet werden kann. Indem feste oder flüssige organische Abfälle in einen luftdicht verschlossenen Gärbehälter, den so genannten «Fermenter» gegeben werden, ist es auch möglich, diesen Prozess künstlich auszulösen. Da Methan gute Brenneigenschaften besitzt, eignet sich Biogas zur Wärme- und Stromerzeugung und als Biotreibstoff.

Fazit also: Tierische Nebenerzeugnisse sind keine Abfälle. Sie sind also nicht generell ekelhaft und schlecht. Es kommt drauf an, wie frisch sie verarbeitet wurden. Als Beispiel möchten wir hier einmal die Verarbeitung von Federn nennen, die für uns zuerst als nicht gerade appetitlich angesehen wird, die aber eine durchaus sehr große und auch wichtige Funktion haben. Zu den tierischen Nebenprodukten gehören auch Federn. Fälschlicherweise immer wieder gern behauptet, sollen sie den Futtermittelherstellern dazu dienen, das Futtervolumen billigst zu erhöhen. Dies ist jedoch so absolut falsch. Es geht hierbei um Gewinnung und Verarbeitung von tiereischen Proteinen, die für unsere Katzen das entscheidende im Futter sind. Und viele dieser Proteine werden in unterschiedlichen Tiermehlen produziert und verwendet. Hier ein Auszug aus dem Tiermehl-Gesetz:

"Als verarbeitete tierische Proteine gelten gemäß § 2 Abs. 1 des Tiermehl-Gesetzes in Verbindung mit Anhang I Nr. 42 der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 folgende Waren, wenn sie zur Verfütterung an Tiere bestimmt sind: ausschließlich aus Material der Kategorie 3 (siehe Abschnitt 1.1.2.) gewonnenes tierisches Eiweiß, das gemäß Anhang V Kapitel II so verarbeitet wurde, dass es direkt als Futtermittel-Ausgangserzeugnis oder auf andere Weise in Futtermitteln, einschließlich Heimtierfutter, oder in organischen Düngemitteln oder Bodenverbesserungsmitteln verwendet werden kann; nicht dazu gehören Blutprodukte, Milch, Erzeugnisse auf Milchbasis, Kolostrum, Gelatine, hydrolysiertes Eiweiß und Dicalciumphosphat, Eier und Eierzeugnisse, Tricalciumphosphat und Kollagen; " Federmehl gehört also zu den zugelassenen Einzelfuttermitteln, aber wie ist dies zu bewerten?

Federmehl ist nicht gleich Federmehl und heißt nicht das einfach Federn in den Schredder kommen und so eingesetzt werden. Derart unbehandeltes Federmehl wird fast unverdaut ausgeschieden. Federmehl findet jedoch dennoch als Rezepturkomponente Einsatz in der Heimtiernahrung. Federmehl ist dann ein Erzeugnis, das durch Hydrolyse, Trocknen und Mahlen von Geflügelfedern gewonnen wird. Es entsteht durch Aufschluß der Federn durch ausschließlich Druck und Hitze. Der Gehalt an verwertbaren Rohprotein liegt anschließend bei über 85%! Wie sieht es nun mit der Ernährung der Katzen aus? Katzen sind reine Carnivoren (Fleischfresser) und sind somit nur in der Lage, die für die Körperfunktionen notwendigen Proteine (Eiweiße, die wiederum aus verschiedenen Aminosäuren bestehen) aus tierischen Quellen zu beziehen.

Im Durchschnitt sollte die Tagesration 4-5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht enthalten. Für eine Katze von ca. 4 kg bedeutet dass also, sie muss 16-20 g Eiweiß fressen, um ihren Tagesbedarf zu decken. Deshalb sollte ein gefüllter Futternapf mind. 75 % Eiweißträger aus tierischer Quelle enthalten.

Hier eine kleine ganz grobe und absolut nicht vollständige Übersicht, was welche Eiweißmengen enthält: Thunfisch (23 %)

Hähnchenbrust (etwa 22,8 %)

Mageres Rindfleisch (etwa 21% Proteine)

Leber (Leber enthält etwa 20,5%)

Krustentiere (Gambas und ähnliche Tiere liefern etwa 20,1 % Proteine)

Zicklein (etwa 19 % Proteine enthält Zickleinfleisch)

Seeteufel, Lachs (Seeteufel und Lachs sind Fischsorten mit etwa 19 % Proteine)

Lamm (Lammfleische enthält an die 17,6 % Proteine)

Kabeljau (17 % des Kabeljaus sind Proteine)

Seezunge, Weißling (beide enthalten etwa 16,5 % Proteine)

Eiweiß von Hühnereiern (das Eiweiß enthält etwa 11,1 % Proteine)

Das deckt sich übrigens mit einer Aussage von Marcel Wanner, Direktor des Instituts für Tierernährung der Universität Zürich. Wobei ich meine im Kopf zu haben, das der Begriff "Premium" tatsächlich vom Hersteller vergeben wird. Über die Kriterien die zu diesem Namen führen erfährt man in der Regel nichts. Die Palette reicht von gleichbleibener Produktzusammensetzung - Sortenrein - hochwertigere Zutaten bis zu speziellen QS-Systemen und Herstellungsverfahren. [........."Normales Futter ist absolut einwandfrei" Dass Tierfreunde für ihre Lieblinge so tief in die Tasche greifen, nützt der Tierfutter-Industrie mehr als dem geliebten Vierbeiner. Denn, so Marcel Wanner, Direktor des Instituts für Tierernährung der Universität Zürich: «Normale Alleinfutter für Hunde und Katzen sind absolut einwandfrei und decken die Bedürfnisse des Tiers ab.» Zwar enthalte Premium-Tiernahrung erlesenere Zutaten als das günstigere Produkt - etwa Weizenkeimöl statt synthetische Vitamine oder relativ hochwertiges Fleisch statt Schlachtnebenprodukte. Für eine artgerechte Ernährung ist laut Wanner ein solcher Luxus aber unnötig. Entscheidend ist, dass das Tier die Nährstoffe erhält, die es benötigt. «Ob das Eiweiss von Crevetten stammt oder von sonst woher, ist für die Gesundheit des Tiers unwesentlich», so Wanner.....]

Daher sind eigentlich die folgenden Dinge zu beachten, um ein gutes Futter für die Katze zu finden:

  1. Die Proteine sollten alle aus tierischem Eiweiß bestehen,

  2. der Fleischanteil im Nassfutter so hoch wie möglich.

  3. möglichst wenig oder kein Getreide beinhaltet sein,

  4. keinen Zucker enthalten.

Des weiteren ist darauf zu achten, dass alle Vitamine, sowie Taurin in ausreichender Menge beinhaltet sind und das Nassfutter zu einem "Alleinfuttermittel" deklariert wurde. Nicht der "hohe Preis" alleine sagt aus, wie gut oder wie schlecht ein Dosenfutter ist. Es gibt zahlreiche Futtermittel, die eine sehr hohen Fleischanteil haben, jedoch nur Ergänzungs-/ Zusatfuttermittel sind, da ihnen die notwendigen Vitamine etc. nicht zugefügt wurden. Füttert man diese Art des Futters über längeren Zeitraum, läuft man Gefahr, eine Unterversorgung der Katzen herbeizuführen.

Schlachtabfälle im Hunde- und Katzenfutter sind absolut in Ordnung, ja sogar hervorragend. Aber nur, wenn sie roh, naturbelassen und ohne chemische Zusätze gefüttert würden.

Nicht in Ordnung ist jedoch die Weise, wie die Schlachtabfälle zu Dosen- oder Trockenfutter verarbeitet werden (hohe Temperaturen und hoher Druck, was alle Vitalstoffe zerstört und Proteine verändert). Nicht in Ordnung ist ferner die Menge der im Tierfutter enthaltenen Schlachtabfälle (bzw. des tierischen Anteils). Sie ist nämlich verschwindend gering (In Billignassfutter teilweise nur 4% an der Gesamtmenge). Was aber ist dann im Fertigfutter für Fleischfresser enthalten, wenn schon keine Schlachtabfälle? Und da genau liegt das Problem..... Nicht an K3.

Barfen.... Seit einiger Zeit für viele das Non-Plus-Ultra.....

Zu erst einmal zum Begriff des Barfens. Dieser entstand im englischsprachigen Raum. Zuerst nannte man es "„Born-Again Raw Feeders“ (wiedergeborene Rohfütterer), welches sich eher auf den ideologischen Aspekt einer bestimmten Lebenseinstellung bezog. Danach entstand die Bedeutung „bones and raw food" (Knochen und rohes Futter). Bekanntester Verfechter dieser Ernährungsthesen ist der australische Tierarzt und Autor Dr. Ian Billinghurst, der die Rohfütterung in seinem Buch "Give Your Dog A Bone" vorstellte. In Deutschland wurde aus "Knochen und rohes Futter" dann der viel besser klingende Slogan „biologische artgerechte Rohfütterung", welcher so auch gerne durch Hersteller und Anbieter von Barf-Fleisch, sowie den notwendigen Supplementen genutzt wird. Es entstand damit nicht nur eine interessante Fütterungsvariante, sondern ebenfalls ein großer und auch hart umkämpfter Markt für diverse Hersteller von Barfzusätzen etc.

War Barf zuerst nur ein Thema für Hundehalter, wurde es im Laufe der Zeit auch ein Thema in der Katzenhaltung.

Ich möchte hier kein Statement "Pro" oder "Kontra" des barfens geben, sondern nur ein wenig zum nachdenken anregen (ausschließlich in Bezug auf Rohfütterung der Katze). Wie auch ein Nassfutter aus der Dose, versucht man beim Barf im Grunde genommen die natürliche Beute der Katze (Kleinsäuger, Vögel etc.) ernährungsphysiologisch nachzuahmen. Man orientiert sich daher an den Bedürfnissen der Katzen in Bezug auf Proteine, Vitamine, Spurenelemente etc.

Wie geschieht dies nun? Eigentlich erscheint es recht einfach. Man nimmt zum Beispiel 100 Gramm Muskelfleisch (Rind, Huhn, Pute, Lamm etc.) und setzt diesem einzelne Komponenten zu. Als Basis orientiert man sich an der Maus. In dieser ist nicht nur Fleisch enthalten, sondern auch: - Blut = Mineralien - Knochen = Calcium - Fell = Ballaststoffanteil. Da man ja keine verarbeitete Maus zur Verfügung hat wird man diese Bestandteile ersetzen: - Mineralien = Natursalze - Calcium = Calciumpräparate - Ballaststoffanteil = Gemüse Hinzukommt der Zusatz von Taurin, da dies die Katze nicht selber bilden kann. Es gibt mittlerweile einige sogenannter "Supplemente für von Rohfutter und Kochfutter", die als Ergänzungsfuttermittel deklariert sind und das rohe Fleisch mit allem versehen soll, was eine Katze benötigt. Hier zum Beispiel einmal die Zusammensetzung eines der Komplett-Supplemente: Inhaltsstoffe: Rohprotein 5,2%, Rohfett 0,6%, Rohfaser 0,2%, Rohasche 38,5% Zusammensetzung: Pektine, Mineralstoff- und Vitaminvormischung Zusatzstoffe je kg: Vitamin A 303.000 IE, D3 30.300 IE, E / DL-alpha-Tocopherolacetat 6.780 mg, B1 465 mg, B2 364 mg , B6 320 mg , B12 3030 µg, Biotin 12.000 µg, Folsäure 84 mg, Niacin 3.260 mg, Pantothensäure 900 mg, 10 g Magnesium aus Magnesiumoxid, 128,01 g Natrium aus Natriumchlorid, 3 g Eisen aus Eisensulfat, 0,056 g Jod aus Calciumjodat, 200 mg Kupfer aus Kupfersulfat, 280 mg Mangan aus Manganoxid, 1.160 mg Zink aus Zinksulfat

Soweit klingt alles doch bisher ganz prima.Es gibt jedoch ein "Aber" und zwar, woher kommen die Proteine, das Rohfett in diesem Supplement? Wie wurde die dort erwähnte Vitaminvormischung hergestellt? Wie wurden die einzelnen Bestandteile gewonnen? Diese Frage drängt sich mir auf, da BARF ja damit begründet wird, dass im Fertignassfutter in Dosen zuviele tierische Nebenerzeugnisse enthält, und auch alles andere chemisch zugesetzt sei.....

Also, um erst einmal die Illusionen zu nehmen.... Kein Barfzusatz, kein Supplement wird vom Fleischermeister um die Ecke per Hand hergestellt. Alleine die Herstellung dieser Pulver ist ein chemischer Vorgang. Als Beispiel hier eine kleine Auflistung: Oben wurde Eisensulfat genannt. Wie gewinnt man jedoch Eisensulfat? Man gewinnt es so: Die Herstellung erfolgt durch Erhitzen von pulverisiertem Eisen in 20 %iger Schwefelsäure. Dann ganz wichtig... Biotin. Biotin ist in vielen Fleischsorten vorhanden, aber nicht in ausreichendem Umfang für die Ernährung einer Katze. Also muss es bei einer Rohfütterung zugefügt werden. Aber, wie gewinnt man Biotin? Man gewinnt es so:

Es gibt zahlreiche vielstufige Verfahren zur chemischen Synthese von (+)-Biotin. Bei den technisch relevanten Synthesen wird Fumarsäure, die Aminosäure (R)-Cystein oder Tetronsäure als Ausgangsstoff eingesetzt.[14] (+)-Biotin ist ein wirtschaftlich bedeutendes Erzeugnis der chemischen Industrie. (Quelle: Wikipedia). Taurin... unbedingt notwendig. Doch wie wird es gewonnen, wo kommt es her. Hierzu auch wieder ein Auszug aus Wikipedia:

"Taurin wurde 1827 erstmals von den Chemikern Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann aus der Galle von Ochsen (Bos taurus) isoliert und zunächst Gallen-Asparagin genannt. Es liegt in der Galle als Taurocholsäure vor, einem Cholsäureamid, aus dem es durch saure Hydrolyse freigesetzt werden kann. Der Begriff „Taurin“ stammt von der lateinischen Bezeichnung für Stiergalle, Fel tauri, bzw. vom griechischen Wort tauros für „Stier“ und wird 1838 erstmals in der Literatur erwähnt. Diesem Trivialnamen hat Taurin vermutlich die Entstehung der zahlreichen Legenden um seine Wirkung zu verdanken.[1]

Chemische und physikalische Eigenschaften:

Taurin ist eine farblose kristalline Substanz, die sich ab 300 °C zersetzt und bei 328 °C schmilzt.[1] Es ist bis zu ca. 100 g/l in Wasser löslich. Die gute Wasserlöslichkeit und der hohe Schmelzpunkt erklären sich – ähnlich wie bei Aminosäuren – durch die Bildung des Zwitterions (H3N+-C2H4-SO3−).

Taurin wird industriell durch Addition von Sulfit an Aziridin hergestellt.[1] "

Hmm, also doch wieder Chemie? Und dies nicht nur in einem Punkt. Dabei will man diese doch, wegen einer ganz besonders gesunden Ernährung im Gegensatz zu Fertigfuttermitteln vermeiden? Dies widerspricht sich dann doch...... oder nicht? Bisher dachte ich, BARF soll gesünder sein als das Dosenfutter, aber nun fügt man genau diese Pülverchen hinzu, die in einer Fertigfutterdose ebenfalls so eingebracht wurden? Und die ja so schlimm, giftig und krankheitsfördernd für die Katze sind? Irgendwie passt das in meinen Augen aber dann nicht mehr zusammen. Man hat somit letzendlich das gleiche Ergebnis, nur eben versehen mit frischen Fleischstückchen, die man fertig in entsprechenden Tierfutterläden kaufen kann, oder beim Metzger um die Ecke. Es sieht für uns als Mensch leckerer aus....... Und dann die immer wieder zitierte Vermeidung von tierschen Nebenerzeugnissen beim Barf. Wieder falsch.... denn das in den Supplementen vorhandene Fett, die Proteine, das Kalzium wird aus genau diesen tierischen Nebenerzeugnissen gewonnen...... Und sehr oft verfüttert jemand der barft Blut an seine Katzen. Blut ist ebenfalls ein tierisches Nebenprodukt! Auch ich füttere seit 23 Jahren in meiner Katzenzucht neben Nassfutter aus Dosen, rohes Fleisch. Allerdings in einem Gesamtanteil an der Ernährung meiner Katzen, in denen ich nicht extra Supplemente diesem Fleisch zufügen muss. Rohes Fleisch ist hervorragend um Zahnsteinbildung vorzubeugen. Es ist ebenfalls hervorragend zuzusehen, wie die Katzen beim Fressen Spass haben und dass es ihnen schmeckt..... Aber da eine Katze weder ein Rind, noch ein Lamm, noch einen Strauss, Elch oder Pferd zu ihren Beutetieren zählt, ist auch BARF nur ein von uns geschaffener Ersatz (unter Zusatz der chemisch gewonnen Supplemente und der tierischen Nebenerzeugnissen in den Supplementen), der Versuch eine "Maus" nachzuahmen. Das Fleisch beim Barf ist frischer als in einer Dose, allerdings auch mit Risiken behaftet.

Rohes Fleisch birgt ein erhöhtes Infektionsrisiko durch die Übertragung von Parasiten, Bakterien oder Viren. Hierbei können nicht nur das Tier selbst, sondern auch die im Haushalt lebenden Menschen gefährdet sein (Zoonoseerreger, z. B. Salmonellen, Toxoplasmose, Listeriose). Wenn ich eine Katze vermehrt roh füttere, ist eine regelmässige Entwurmung sehr wichtig. Im Gegensatz zu vielen Versprechungen und anderslautenden Behauptungen vieler, die solche Kräutermittelchen anbieten: "Es gibt keine rein pflanzlichen Mittel zur Entwurmung einer Katze" So gerne man sich dies auch wünscht. Es sind und bleiben weiterhin Medikamente. Und man sollte auch nicht versuchen eine von Parasiten befallene Katze nur mit Kräutermischungen kurieren zu wollen. Parasiten können durchaus tödlich für eine Katze sein. Somit auch ein Widerspruch zu den doch sonst immer nur genannten "positiven Auswirkungen" von BARF und der Fehlinformation, es ist alles nur gesund. Man muss also alle Bereiche der Ernährung unserer Katzen beachten. Und diese hat hohe Ansprüche, und der Katzenhalter ist in den wenigsten Fällen Lebensmittelchemiker. Wie so oft macht es die "Mischung" im Leben aus, auch bei der Ernährung der Katze.......


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